Getränkepauschalen liegen bei ca. 25–45 € pro Gast für 6–8 Stunden Feier. Ob sich das für Sie rechnet oder die Abrechnung nach Verbrauch günstiger ist, zeigt unser Vergleich mit konkretem Rechenbeispiel.
Eine Getränkepauschale für die Hochzeit kostet ca. 25–45 € pro Gast für einen Zeitraum von 6–8 Stunden – bei 80 Gästen also ca. 2.000–3.600 €. Damit gehören die Getränke nach dem Essen zum zweitgrößten Kostenblock der Hochzeitsfeier, werden in der Budgetplanung aber regelmäßig unterschätzt.
Die zentrale Entscheidung lautet: Pauschale oder Abrechnung nach Verbrauch? Beide Modelle haben klare Stärken – die Pauschale bietet volle Kostenkontrolle, die Verbrauchsabrechnung kann bei zurückhaltend trinkender Gesellschaft mehrere hundert Euro sparen. Welches Modell passt, hängt von Ihren Gästen ab, nicht vom Caterer.
Dieser Ratgeber erklärt, was in einer Pauschale typischerweise enthalten ist, wie Korkgeld und Sektempfang berechnet werden, und rechnet beide Modelle für eine Hochzeit mit 80 Gästen komplett durch – inklusive Entscheidungshilfe als Tabelle.
Bei der Getränkepauschale zahlen Sie einen festen Betrag pro Gast für einen definierten Zeitraum – üblich sind 6–8 Stunden ab dem Empfang in der Location oder ab dem Essen. Innerhalb dieses Zeitfensters trinken Ihre Gäste, so viel sie möchten, ohne dass einzelne Flaschen gezählt werden. Für Sie bedeutet das: Die Getränkekosten stehen schon Monate vor der Feier fest.
Der typische Umfang einer Pauschale sieht so aus:
Nicht enthalten sind in der Regel Spirituosen, Longdrinks, Cocktails und Digestifs – diese werden nach Verbrauch abgerechnet oder als eigenes Bar-Paket angeboten. Klären Sie außerdem zwei Details: Was passiert nach Ablauf des Zeitfensters? Üblich ist eine Verlängerung für ca. 3–5 € pro Gast und Stunde. Und gilt die Pauschale ab dem ersten Getränk oder erst ab dem Abendessen? Diese Abgrenzung entscheidet darüber, ob der Sektempfang separat berechnet wird – dazu später mehr.
Innerhalb der marktüblichen Spanne von ca. 25–45 € pro Gast entscheiden vier Faktoren über den konkreten Preis. Erstens die Dauer: Eine 6-Stunden-Pauschale liegt naturgemäß am unteren Ende, acht Stunden oder offenes Ende kosten mehr. Zweitens die Weinqualität: Einfache offene Weine oder Weine von regionalen Weingütern mit Namen – das macht schnell ca. 5–8 € pro Gast Unterschied. Drittens der Umfang: Ist Sekt durchgehend enthalten oder nur zum Anstoßen? Gibt es Fassbier oder nur Flaschen? Viertens der Anbieter: Locations mit eigener Gastronomie kalkulieren Pauschalen oft anders als Caterer, die Getränke zukaufen und mit Personal ausschenken.
Für Kinder und Jugendliche gelten fast immer reduzierte Sätze – üblich sind ca. 30–50 % der Erwachsenenpauschale für Kinder, kleine Kinder bleiben oft komplett frei. Bei 80 Gästen mit zehn Kindern macht allein das mehrere hundert Euro aus; achten Sie darauf, dass das Angebot nach Erwachsenen und Kindern getrennt kalkuliert ist.
Wichtig für die Einordnung: Die Pauschale kommt zu den Speisekosten hinzu. Wie sich das Gesamtbudget einer Hochzeitsfeier zusammensetzt, schlüsselt der Ratgeber Hochzeitscatering-Kosten auf. Anbieter, die Menü und Getränkepakete aus einer Hand kalkulieren, finden Sie in unserer Übersicht Hochzeitscatering in Stuttgart.
Bei der Abrechnung nach Verbrauch zahlen Sie nur, was tatsächlich getrunken wird: Jede geöffnete Flasche und jedes gezapfte Fass wird gezählt und nach der Feier abgerechnet. Marktübliche Einzelpreise beim Caterer: Mineralwasser ca. 4–6 € pro Flasche, Softdrinks ca. 3 €, Bier ca. 3–4 € pro Flasche, offener Wein ca. 18–28 € pro Flasche, Sekt ca. 20–30 € pro Flasche, Kaffee ca. 2,50–3,50 € pro Tasse.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Trinkt Ihre Gesellschaft wenig – viele Autofahrer, ältere Gäste, hoher Kinderanteil –, zahlen Sie deutlich weniger als jede Pauschale. Der Nachteil ist die fehlende Planbarkeit: Die Endsumme kennen Sie erst nach der Feier, und eine ausgelassene Nacht kann das Getränkebudget spürbar überziehen.
Drei Vereinbarungen machen das Verbrauchsmodell kalkulierbar. Erstens ein Kostendeckel: Sie legen einen Maximalbetrag fest, bei dessen Erreichen der Caterer Rücksprache hält – so bleibt die Kontrolle bei Ihnen. Zweitens die Regel für angebrochene Flaschen: Seriöse Anbieter berechnen nur geöffnete Flaschen und stellen Reste zur Mitnahme bereit; das gehört schriftlich ins Angebot. Drittens ein Zwischenstand: Vereinbaren Sie, dass der Servicechef Ihnen oder einem Trauzeugen gegen 22 Uhr den laufenden Verbrauch nennt. Mit diesen drei Punkten verliert das Modell seinen größten Schrecken – die Ungewissheit.
| Kriterium | Getränkepauschale | Abrechnung nach Verbrauch |
|---|---|---|
| Kostenkontrolle | Fixbetrag steht Monate vorher fest | Endsumme erst nach der Feier bekannt |
| Trinkfreudige Gesellschaft | Vorteilhaft – Mehrverbrauch kostet nichts extra | Kann deutlich teurer werden als die Pauschale |
| Viele Kinder / Autofahrer / Nichttrinker | Oft zu teuer – reduzierte Sätze verhandeln | Sie zahlen nur, was wirklich getrunken wird |
| Budgetplanung | Einfach, keine Überraschungen | Puffer von ca. 10–15 % einplanen, Kostendeckel vereinbaren |
| Typische Kosten bei 80 Gästen (6–8 h) | ca. 2.000–3.600 € | ca. 1.500–2.900 € je nach Verbrauch |
| Sektempfang nach der Trauung | Meist separat: ca. 4–8 € pro Gast | Meist separat: ca. 4–8 € pro Gast |
Richtwerte für die Region Stuttgart, Stand: September 2026.
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Nehmen wir eine Hochzeit mit 80 Gästen und acht Stunden Feier – einmal mit Pauschale, einmal nach Verbrauch gerechnet.
Modell A – Getränkepauschale: Bei einem mittleren Satz von ca. 32 € pro Gast zahlen Sie 80 × 32 € = ca. 2.560 €, fix und planbar.
Modell B – Abrechnung nach Verbrauch bei durchschnittlichem Trinkverhalten:
Summe: ca. 1.860 €, also ca. 23 € pro Gast – rund 700 € unter der Pauschale. Bei einer trinkfreudigen Gesellschaft verschiebt sich das Bild jedoch schnell: Mit ca. 45 Flaschen Wein, 150 Flaschen Bier und einer gut besuchten Longdrink-Runde landen Sie bei ca. 2.500–2.900 € – auf oder über Pauschalen-Niveau, ohne es vorher zu wissen.
Die Faustregel aus diesem Beispiel: Die Pauschale entspricht ungefähr dem Verbrauch einer feierfreudigen Gesellschaft. Trinken Ihre Gäste durchschnittlich oder weniger, ist die Verbrauchsabrechnung meist günstiger. Der Caterer kalkuliert die Pauschale schließlich so, dass er im Mittel nicht draufzahlt.
Korkgeld ist die Gebühr, die Caterer oder Location berechnen, wenn Sie eigene Getränke mitbringen – typischerweise Wein oder Sekt vom Lieblingswinzer. Marktüblich sind ca. 8–15 € pro 0,75-Liter-Flasche; manche Anbieter rechnen stattdessen pauschal ca. 5–10 € pro Gast. Die Gebühr deckt Service, Gläser, Kühlung und Spülkosten – und kompensiert dem Anbieter den entgangenen Getränkeumsatz.
Lohnt sich das finanziell? Meist weniger, als erhofft – ein kurzes Rechenbeispiel: Sie kaufen 40 Flaschen Wein beim Winzer für ca. 8 € pro Flasche und zahlen ca. 10 € Korkgeld. Effektivpreis: ca. 18 € pro Flasche. Der offene Wein des Caterers kostet ca. 18–28 € pro Flasche – die Ersparnis liegt also bei null bis maximal ca. 400 € über den ganzen Abend. Der eigentliche Grund für mitgebrachte Weine ist deshalb selten der Preis, sondern die persönliche Note: der Wein vom Weingut der Familie, der Jahrgang des Kennenlernens.
Wenn Sie eigene Getränke einplanen, klären Sie drei Dinge schriftlich: ob der Anbieter Korkgeld überhaupt akzeptiert (manche schließen es aus), wie hoch es genau ist und ob es sich mit einer gebuchten Pauschale kombinieren lässt – üblich ist die Kombination nur für einzelne Positionen wie den Hochzeitswein, nicht für den kompletten Getränkebedarf. Auch Kühlung und rechtzeitige Anlieferung der eigenen Flaschen gehören vorab geregelt.
Der Sektempfang direkt nach der Trauung ist bei den meisten Angeboten nicht Teil der Getränkepauschale – aus einem einfachen Grund: Er findet häufig an einem anderen Ort statt (vor dem Standesamt, an der Kirche, im Garten der Location) und vor dem Zeitfenster, ab dem die Pauschale läuft. Kalkulieren Sie ihn deshalb als eigenen Posten.
Marktüblich sind ca. 4–8 € pro Gast für Sekt, einen Aperitif und alkoholfreie Alternativen über etwa eine Stunde. Bei 80 Gästen sind das ca. 320–640 €. Mit kleinen Häppchen oder Canapés zum Empfang steigt der Posten auf ca. 8–15 € pro Gast – dann übernimmt der Empfang aber auch die Funktion, hungrige Gäste bis zum Abendessen zu überbrücken, was gut investiertes Geld ist.
Wer dem Empfang mehr Gewicht geben will, ersetzt den klassischen Sekt durch eine kleine Aperitif-Auswahl: ein Spritz, ein alkoholfreier Cocktail, dazu Wasser und Saft. Manche Paare buchen dafür eine mobile Bar mit Barkeeper – Varianten und Preise dazu finden Sie auf unserer Seite Cocktail-Catering. Wichtig für den Angebotsvergleich: Prüfen Sie bei jedem Angebot, ob der Empfang ein- oder ausgeschlossen ist. Ein vermeintlich günstiges Pauschalangebot, das erst ab dem Abendessen gilt, ist bei identischem Gesamtumfang schnell teurer als ein scheinbar höherer Komplettpreis inklusive Empfang.
Am Ende entscheiden Ihre Gäste, nicht der Preis auf dem Papier. Gehen Sie die Gästeliste durch und beantworten Sie vier Fragen:
Ein pragmatischer Mittelweg, den viele Anbieter mittragen: Pauschale für die Basisgetränke, Verbrauchsabrechnung für Cocktails und Spirituosen an der Bar. So kombinieren Sie Planbarkeit mit Flexibilität. Vergleichen Sie in jedem Fall zwei bis drei Angebote mit identischen Eckdaten – wie Sie Getränkekosten ins Gesamtbudget einordnen, zeigt der Ratgeber Catering-Kosten pro Person.
Marktüblich sind ca. 25–45 € pro Gast für 6–8 Stunden. Enthalten sind in der Regel Wasser, Softdrinks, Bier, offene Weine, Sekt und Heißgetränke. Bei 80 Gästen ergibt das ca. 2.000–3.600 €; Kinder zahlen meist reduzierte Sätze von ca. 30–50 %.
Die Pauschale lohnt sich bei trinkfreudiger Gesellschaft und wenn Sie eine fixe Budgetzahl brauchen. Trinken Ihre Gäste durchschnittlich oder weniger – etwa bei vielen Autofahrern und Kindern –, ist die Abrechnung nach Verbrauch meist günstiger, im Rechenbeispiel mit 80 Gästen um ca. 700 €.
Korkgeld ist die Gebühr für mitgebrachte Getränke und liegt bei ca. 8–15 € pro 0,75-Liter-Flasche Wein oder Sekt; manche Anbieter berechnen stattdessen ca. 5–10 € pro Gast. Es deckt Service, Gläser und Kühlung ab. Finanziell lohnen sich eigene Weine dadurch selten – der Hauptgrund ist die persönliche Note.
Meist nicht – der Empfang nach der Trauung liegt in der Regel vor dem Zeitfenster der Pauschale und wird separat mit ca. 4–8 € pro Gast berechnet, mit Häppchen ca. 8–15 €. Prüfen Sie bei jedem Angebot, ab wann die Pauschale gilt, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.
Nein, üblich sind reduzierte Sätze von ca. 30–50 % der Erwachsenenpauschale; Kleinkinder bleiben bei den meisten Anbietern komplett frei. Achten Sie darauf, dass das Angebot Erwachsene und Kinder getrennt ausweist – bei zehn Kindern unter 80 Gästen macht das mehrere hundert Euro aus.
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